Punkt wäre verdient gewesen

Auch im abschließenden Saison-Heimspiel gegen den FC Bayern München kann sich der FFC nicht belohnen

Mit einer Niederlage hat sich der 1. FFC Frankfurt in die Sommerpause der Allianz Frauen-Bundesliga verabschiedet: Das Team von Cheftrainer Niko Arnautis musste sich dem FC Bayern München vor der Saison-Rekordkulisse von 1.910 Zuschauern im Stadion am Brentanobad trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 0:1 geschlagen geben. Während die Gäste von der Isar damit auch die letzten theoretischen Zweifel an der Champions-League-Teilnahme 2018/19 beseitigten, beendet der FFC die Spielzeit als Tabellensechster und somit – entsprechend der eigenen Zielsetzung – in der oberen Tabellenhälfte.

Vor dem letzten Anpfiff der Saison wurde zunächst Shekiera Martinez für ihre neun Tore bei der U17-EM in Litauen geehrt, danach standen einige Verabschiedungen auf dem Programm: Der FFC-Vorstand und Manager Siegfried Dietrich bedankten sich bei Desirée Schumann, Kathrin Hendrich, Sophie Schmidt, Lise Munk, Julia Matuschewski, Lily Agg, Nadine Anstatt, Celine Brandt und Kumi Yokoyama für das großartige Engagement im FFC-Trikot. Die Hälfte, also vier Spielerinnen, erlebten ihren Abschied als Teil der Startformation mit. Auch Laura Störzel feierte bei letztmöglicher Gelegenheit eine starke Rückrunden-Premiere nach auskuriertem Wadenbeinbruch. Auf dem Platz wurde dann zunächst weniger Unterhaltung geboten als bei den Zeremonien zuvor, wobei der FFC das Geschehen gegen den designierten Vizemeister durchaus offen gestalten konnte. Den ersten vielversprechenden Angriff der Gastgeberinnen vereitelte Verena Faißt in der 21. Minute, nachdem Jackie Groenen von Kumi Yokoyama in Szene gesetzt wurde. Zuvor hatten auch die Bayerinnen, bei denen Simone Laudehr die einzige Ex-Frankfurterin in der Startformation war, einige harmlose Torannäherungen. Harmlos war auch die Entfernung, aus der sich Sara Däbritz den Ball in der 26. Minute zurechtlegte. Was soll bei einem Freistoß aus 32 Metern Entfernung schon passieren? Nun ja: Die Nationalspielerin brachte das Leder hoch ins Zentrum, wo der Ball noch einmal aufsprang und seine Flugbahn ungehindert in Richtung Tor fortsetzte – 0:1. Was für ein „krummes Ding“! Klar, dass die Führung dem FC Bayern München in die Karten spielte, während der FFC wieder mal ein unnötiges Gegentor in der Heimspiel-Serie gegen die Top-Teams beklagte. Die Antwort der Frankfurterinnen? Tanja Pawollek zog nach Vorlage von Kumi Yokoyama aus 20 Metern ab – drüber (34.). Viel mehr brachte der engagierte Tabellensechste, der sich in der gut stehenden Bayern-Abwehr zu oft festlief, bis zum Pausenpfiff nicht mehr zustande.

Schade, dass Desirée Schumann nach dem Seitenwechsel verletzungsbedingt (Verdacht Rippenbruch nach Zusammenprall mit Dominika Skorvankova) nicht mehr zurück auf den Platz kam – eine „abgesprochene“ Auswechselung der langjährigen FFC-Keeperin war eigentlich zum späteren Zeitpunkt geplant. Sportlich setzte der FFC in Person von Saskia Matheis das erste Zeichen, die Mittelfeldspielerin zielte bei ihrem Abschluss allerdings ein gutes Stück drüber (49.). Laura Störzel versuchte es mit einem durchaus gut geschossenen 40-Meter-Freistoß, der Manuela Zinsberger im Bayern-Kasten aber nicht ins Schwitzen brachte (58.). Die bis dahin beste FFC-Chance hatte zwei Minuten später Tanja Pawollek, die nach Vorlage von Sophie Schmidt nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbeizielte. Und die Bayerinnen? Nach einer von Sara Däbritz ausgeführten Ecke platzierte Kristin Demann einen Kopfball neben das Tor (70.). Die Partie erlebte nun ihre beste Phase, was in erster Linie daran lag, dass sich der 1. FFC Frankfurt sichtbar gegen die drohende Niederlage stemmte. Keine Frage: Bei hohen Temperaturen mangelte es den Gastgeberinnen nicht am nötigen Engagement, schon eher an der Durchschlagskraft im letzten Drittel. In der 79. Minute probierte es die eingewechselte Mandy Islacker mit einem Schuss aus halblinker Position – kein Problem für FFC-Torfrau Bryane Heaberlin. Kurz darauf ein starker FFC-Angriff, den Lily Agg einleitete und auch abschloss – ein Abschiedstreffer blieb der Engländerin allerdings verwehrt. Die Frankfurterinnen hätten sich für einen Ausgleichstreffer nicht entschuldigen müssen, ein 1:1 hätte man durchaus als „leistungsgerecht“ einordnen können. Klar, dass nun auch der deutsche Vizemeister noch zu Chancen durch schnelle Gegenzüge kam: So hatten Nicole Rolser (85.) und die eingewechselte Lineth Beerensteyn (90.) jeweils das 2:0 auf dem Fuß, wobei letztgenannte Chance von der starken Bryane Heaberlin vereitelt wurde. Unter dem Strich ein FFC-Heimspiel, das zu den vorherigen passt: Trotz guter Phasen – diesmal war es die zweite Halbzeit – nahm der Gegner einmal mehr die Punkte mit nach Hause.



Nicht für alle Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt geht es nun direkt in den Urlaub: Für die Nationalspielerinnen stehen gleich in der nächsten Woche noch Länderspiele auf dem Programm. Anfang Juli – der genaue Termin wird noch bekanntgegeben – bittet FFC-Cheftrainer Niko Arnautis dann zur ersten Trainingseinheit der Saison 2018/19.

Thomas Wörle, Trainer FC Bayern München: „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, damit die Champions-League-Qualifikation unter Dach und Fach bringen und auch unsere Serie von mittlerweile neun ungeschlagenen Spielen in Folge ausbauen. Das ist uns letztlich auch gelungen, auch wenn diese Partie auf einem hoch gemähten und nicht gewässerten Rasen sicherlich keine Werbung für den Frauenfußball war. Während wir in der ersten Halbzeit gut organisiert waren, aber kaum Torchancen hatten, wurde der FFC Mitte der zweiten Hälfte – ich erinnere mich an die Chance von Lily Agg – richtig gefährlich. Aber auch wir haben gegen Ende noch ein paar große Möglichkeiten ausgelassen. Unter dem Strich blicken wir auf eine erfolgreiche Saison mit einer besseren Ausbeute als im Vorjahr zurück!“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Es war bei diesen Bedingungen schwierig, über 90 Minuten Vollgas-Fußball zu spielen, aber ich kann meiner Mannschaft insbesondere für die leidenschaftliche Vorstellung in der zweiten Hälfte nur ein großes Kompliment aussprechen. Unser Plan in der ersten Halbzeit war es, Bayern das Spiel zu überlassen und immer wieder Nadelstiche zu setzen. Gegen den Ball ist uns das auch gut gelungen, nur mit dem Ball haben wir in vielen Situationen zu ungenau agiert. Nach der Pause haben wir dann taktisch umgestellt und ein richtig gutes Pressing gespielt. Wir hatten auch unsere Momente, in denen wir ein Tor machen mussten, aber wir so oft in den letzten Wochen ist uns dies leider nicht gelungen. Nun gilt es, die Abgänge zu kompensieren und eine Mannschaft für die Saison 2018/19 aufzubauen, auf die sich unsere Fans freuen können!

1. FFC Frankfurt:
Schumann (46. Heaberlin) – Kleinherne, Störzel, Prießen, Sandvej – Schmidt – Matheis (86. Munk), Groenen, Pawollek, Hendrich – Yokoyama (56. Agg).

FC Bayern München:
Zinsberger – Maier (80. Lewandowski), Wenninger, Demann, Faißt – Skorvankova (87. Beerensteyn), Leupolz, Laudehr, Rolfö – Rolser (62. Islacker), Däbritz.

Tor: 0:1 Däbritz (26.)

Schiedsrichterin: Susann Kunkel (Hamburg)

Zuschauer: 1.910

Gelbe Karte: Laudehr

(Bilder: Carlotta Erler / www.picture-alliance.com)

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