FFC belohnt sich nicht

Der 1. FFC Frankfurt verliert sein Ligaspiel gegen den FC Bayern München trotz starker Leistung 0:3

Am 17. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga im Stadion am Brentanobad verliert der 1. FFC Frankfurt nach einem couragierten Auftritt und einer starken ersten Halbzeit deutlich zu hoch 0:3 (0:0) gegen den FC Bayern München, weil er es verpasst, den guten Auftritt in Tore umzumünzen. Der FFC steht nun mit 24 Punkten auf Tabellenplatz sieben.

Die 1940 Zuschauer – Saisonrekord für den siebenfachen Deutschen Meister – bedachten die offensiv-mutigen Aktionen der Frankfurterinnen zu Spielbeginn mit viel Applaus: Laura Feiersinger wurde in der Strafraummitte nach einer schönen flachen Hereingabe von Géraldine Reuteler noch kurz vor Schluss gestört (2.). Die Österreicherin hatte kurz darauf eine weitere Möglichkeit; es entwickelte sich eine flotte Partie, auch die bayrischen Gäste suchten ihre Chancen: Fridolina Rolfös Versuch (6.) ging knapp über die Latte des FFC-Tores, das Cara Bösl anstelle der wegen einer Roten Karte gesperrten Bryane Heaberlin behütete.

Aufregung gab es in der zwölften Spielminute, als FCB-Torfrau Manuela Zinsberger fast 30 Meter aus ihrem Kasten kam und die FFC-Spielerinnen nur per Foulspiel aufhalten konnte, bevor der FFC in Führung gegangen wäre. Die hätte sich der FFC diesmal durchaus verdient: Verena Aschauer passte den Ball im Überzahlspiel nach Balleroberung direkt auf Reuteler, die den Ball quer auf Tanja Pawollek spielte – doch die FFC-Mittelfeldspielerin schoss den Ball freistehend vor Zinsberger in die Arme der österreichischen Keeperin (15.). Der FFC hatte sich sichtlich etwas vorgenommen nach dem Aus im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern und der knappen 3:4-Niederlage gegen die SGS Essen vor einer Woche in Unterzahl. Der Auftritt im heimischen Stadion am Brentanobad war von Leidenschaft, Bissigkeit und Laufbereitschaft geprägt, der Druck und das starke Offensivpressing des FFC machte den Münchnerinnen deutlich zu schaffen. Den Gästen aus München merkte man die Reisestrapazen unter der Woche beim Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel bei Slavia Prag an, gefährlich war der Tabellenzweite der Allianz Frauen-Bundesliga trotzdem jederzeit, wie bei einem Kopfball nach Freistoß (26.), der knapp übers Tor ging. Doch das gefährlichere Team war der hessische Gastgeber: Mit schnellen, überfallartigen Offensivläufen setzte der FFC Nadelstiche, lediglich Kleinigkeiten verhinderten mehr, wie der von Marilena Widmer gespielte Ball, der der Empfängerin Pawollek vom Fuß sprang (29.). Der FCB hingegen beschwor wenig Gefahr herauf, Jill Roords Freistoß landete in den Armen von Bösl (32.), die die US-Keeperin im FFC-Gehäuse gut vertrat. Roords Freistoß fünf Minuten darauf war deutlich besser getreten, Simone Laudehr verpasste im Nachschuss nur knapp die Führung.

Die aktivere und besser eingestellte Mannschaft blieb jedoch der FFC: Aschauers durchgesteckter Pass auf Laura Freigang war einen Tick zu weit gespielt, sonst wäre die FFC-Stürmerin freistehend zum Abschluss gekommen (35.). Das Team von FFC-Cheftrainer Niko Arnautis musste sich ärgern, in der ersten Halbzeit aus der guten Spielanlage kein Tor erspielt zu haben – und hatte Glück in der Nachspielzeit, als Jovana Damnjanovic und Jill Roord zwei ordentliche Torchancen hatten.

Die erste Tormöglichkeit nach dem Seitenwechsel hatte die eingewechselte Kathrin Hendrich, die in der vergangenen Spielzeit noch auf der Seite der Frankfurterinnen gespielt hatte, ihr Schuss wurde aber geblockt (47.). Den Ball von Roord aufs Tor danach konnte die FFC-Defensive nicht mehr verhindern – 1:0 aus Bayern-Sicht durch die niederländische Europameisterin (48.). Einmal in Fahrt  schlug der FCB ein zweites Mal eiskalt zu: Die angespielte Rolfö hatte freie Bahn aufs FFC-Gehäuse und ließ Bösl keine Chance (50.), die Anfangsminuten nach der Pause hatte der FFC verschlafen: Die Zwei-Tore-Führung für Bayern kam aus dem Nichts und entsprachen zu diesem Zeitpunkt definitiv nicht dem Spielverlauf, auch wenn der FFC es sich im ersten Durchgang selbst zuzuschreiben hatte, sich für den engagierten Auftritt nicht belohnt zu haben.

Die Frankfurterinnen gaben sich keineswegs auf, zeigten wie zuletzt nach Rückständen Moral, doch Bayern gestaltete das Spiel nun ausgeglichener, ohne allerdings sich selbst viele Tormöglichkeiten zu erarbeiten – Beerensteyn rutschte bei ihrem Abschluss aus aussichtsreicher Position noch aus (73.). Doch München erhöhte noch einmal die Schlagzahl in der Schlussviertelstunde und erzielte nach einer Ecke durch Sydney Lohmann das 3:0 (75.). Freigangs Kopfball nach einem Eckball fing Zinsberger im FCB-Kasten auf (78.), die anschließenden FFC-Offensivszenen wurden meist kurz vor dem Strafraum von der Münchner Defensive abgefangen und wurden zu unpräzise zu Ende gespielt. Bayern hatte wie im Pokal in den Schlussminuten sogar die Möglichkeit, das Ergebnis noch in die Höhe zu schrauben, doch Damnjanovic spielte die im Abseits stehende  Mandy Islacker an. So blieb es beim 0:3 aus Frankfurter Sicht, einem Endresultat, das deutlich zu hoch ausfiel, aber die Kaltschnäuzigkeit des FC Bayern München herausstellte – eine Eigenschaft, die dem 1. FFC Frankfurt an diesem Sonntagnachmittag fehlte.

Nach diesem Top-Spiel stehen für den FFC zwei spielfreie Wochenenden an: Nach den DFB-Pokal-Halbfinals am kommenden Sonntag und der Länderspielpause spielt der FFC wieder am Sonntag, dem 14. April, beim SV Werder Bremen. Anstoß in der Hansestadt ist um 11.00 Uhr.

Thomas Wörle, Trainer FC Bayern München: „Das war das erwartet schwere Spiel für uns, man hat meinen Spielerinnen die große Anzahl an Partien in wenigen Tagen angemerkt, wir waren nicht frisch und waren am Ende froh, mit 0:0 in die Pause zu gehen. In der ersten Halbzeit ist Frankfurt uns aktiv angegangen, hat gut gepresst und uns nicht ins Spiel kommen lassen, die Hälfte haben wir verschlafen und das Quäntchen Glück gehabt, kein Gegentor zu bekommen – wenn wir in Rückstand geraten, wird es bedeutend schwerer für uns. Nach der Pause haben wir uns nach und nach in die Begegnung reingekämpft, der FFC blieb aber der schwere und unangenehme Gegner, der uns insgesamt heute absolut ebenbürtig war und große Gegenwehr geboten hat, erst das 0:3 hat den Wind aus seinen Segeln genommen. Wir sind sehr glücklich, die drei Punkte mit nach Hause zu nehmen.“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Für mich waren wir in Halbzeit eins die klar bessere Mannschaft, die hätte in Führung gehen müssen, Bayern war nur nach Standardsituationen gefährlich. Ich muss unsere Leistungen immer am Gegner messen – und der FCB ist in der Meisterschaft auf Augenhöhe mit dem VfL Wolfsburg und in der Champions League und im DFB-Pokal noch gut dabei, dafür Kompliment an meine Mädels für ihren Auftritt heute! Die Anfangsminuten in Halbzeit zwei haben wir verschlafen, haben aber nach dem 0:2 Moral gezeigt, und auch nach dem dritten Gegentreffer haben wir versucht, noch ein Tor zu erzielen, was uns leider nicht gelungen ist. Das Endergebnis ist zu hoch ausgefallen und entspricht nicht dem Spielverlauf.“

1. FFC Frankfurt: Bösl – Hechler, Prießen, Störzel (84. Schulze Solano), Kleinherne – Widmer, Pawollek – Feiersinger, Freigang, Aschauer (84. Matheis) – Reuteler (76. Martinez)

FC Bayern München: Zinsberger – Maier, Laudehr (46. Hendrich), Wenninger, Lewandowski – Demann, Lohmann – Rolfö (59. Islacker), Beerensteyn (75. Magull), Roord – Damnjanovic

Tore: 0:1 Roord (48.), 0:2 Rolfö (50.), 0:3 Magull (75.)

Schiedsrichterin:
Susann Kunkel (Eichede)

Zuschauer: 1940

Gelbe Karten: Kleinherne, Feiersinger / Zinsberger, Roord, Damnjanovic

(Fotos: Carlotta Erler)

 

24.03.2019
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