Anas Abschied und zwei Doppelpacks

Jackie Groenen und "Joker-Königin" Lise Munk treffen beim 4:2-Heimsieg des FFC gegen Jena zwei Mal

Der 1. FFC Frankfurt ist erfolgreich in die englische Woche mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen gestartet: Der Tabellenvierte der Allianz Frauen-Bundesliga setzte sich bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen mit 4:2 gegen Schlusslicht FF USV Jena durch. Im vorerst letzten FFC-Heimspiel von Ana-Maria Crnogorcevic, die nach fast sieben Jahren im FFC-Trikot vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet wurde, trafen Jackie Groenen und „Joker-Königin“ Lise Munk jeweils doppelt, nachdem die Gäste überraschend in Führung gegangen waren.

An ihren Geburtstag wollte Jenas Trainerin Katja Greulich nach dem Spiel nur ungerne erinnert werden, eher leicht säuerlich nahm die seit heute 33-Jährige die Glückwünsche entgegen. Keine Frage: Gratulationen zu einem Punktgewinn wäre ihr lieber gewesen. Und darauf durfte ihr Team zumindest eine ganze Weile hoffen. Doch der Reihe nach. Der 1. FFC Frankfurt erwischte den besseren Start und kam nach acht Minuten zu seinem ersten vielversprechenden Angriff: Kumi Yokoyama schickte Jackie Groenen steil, die wiederum für Ana-Maria Crnogorcevic auflegte. Der Schuss der Schweizerin wurde abgeblockt – ein Abschiedstreffer vor heimischem Publikum war ihr nicht vergönnt. Der 1. FFC Frankfurt hatte eigentlich alles im Griff, auch wenn die 1.240 Zuschauer im Stadion am Brentanobad nicht gerade ein Festival der Großchancen sahen. Nach 18 Minuten zappelte der Ball dann im Netz, allerdings im aus FFC-Sicht gesehen falschen: Nach einem 40-Meter-Freistoß aus dem Halbfeld und Kopfball-Weiterleitung konnte Lisa Seiler den Ball im Strafraum ungestört annehmen und volley ins Eck platzieren – 0:1 (18.). In dieser Situation lief die unaufmerksame FFC-Abwehr noch auf Winterzeit-Modus, Torfrau Desirée Schumann indes hatte keine Abwehrchance. Die Reaktion der Frankfurterinnen: Kumi Yokoyama zwang Jenas Torfrau Erin McLeod zu einer Parade (20.), beim zu schwachen Schuss von Kathrin Hendrich hatte die Rekord-Torhüterin Kanadas keine Mühe (28.). Es war wenig überraschend, wie sich die Partie nun entwickelte: Der FFC versuchte nun Druck aufzubauen, wurde dabei aber zu selten zwingend, während sich die Gäste aus Thüringen eher aufs Kontern verlegten. Dass hier der Tabellenvierte gegen den -letzten spielte, erkannte man nicht zwingend. Im Spiel des 1. FFC Frankfurt überzeugte Kumi Yokoyama eher als kluge Passgeberin denn als abschlussstarke Torschützin, so auch in der 40. Minute, als sie Jackie Groenen steil schickte. Der Abschluss der Niederländerin, eine Kombination aus Torschuss und Flanke, verfehlte sein Ziel. In der Nachspielzeit drehte Jackie Groenen dann richtig auf: Zunächst entschärfte Erin McLeod einen 16-Meter-Schuss der Europameisterin. Bei der anschließenden, von Kumi Yokoyama ausgeführten Ecke kam die Mittelfeldspielerin dann wieder zum Abschluss – und diesmal zielte sie aus ähnlicher Position genau ins linke Eck. Der verdiente Ausgleich zum oft zitierten „wichtigen Zeitpunkt“ machte Hoffnung auf die zweite Hälfte.



Und die startete direkt schwungvoll: Keine zwei Minuten waren gespielt, als die für Janina Hechler eingewechselte Lise Munk nach einer Flanke von Landsfrau Cecilie Sandvej mit dem Kopf zur Stelle war, das Leder aber nicht voll traf. Wenig später legte die dänische Stürmerin für Jackie Groenen auf, die den Ball volley über die Latte drosch (50.). Konter der Gäste waren zwar rar gesät, aber durchaus gefährlich. So hatte der FFC Glück, dass Lisa Seiler in einer Überzahlsituation kein genaues Zuspiel auf ihre Mitspielerin gelang (55.). Vier Minuten später rückte der 1. FFC Frankfurt die Verhältnisse zurecht: Nach einem langen Ball von Kathrin Hendrich legte Lise Munk den Ball an Erin McLeod vorbei ins linke Eck. Es war bereits der vierte Saisontreffer der Dänin – gemessen an ihren Einsatzminuten ein starker Wert. Und es sollte nicht ihr einziger bleiben. In der 64. Minute hatte zunächst Kumi Yokoyama die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch die Japanerin verstolperte das feine Zuspiel von Tanja Pawollek. Noch war der FF USV Jena also trotz mittlerweile hoher Fehlerquote im Spiel – und die Thüringerinnen hatten sich noch nicht aufgegeben. In der 69. Minuten verpasste Tiffany Cameron nach einer Hereingabe von Lara Schmidt am zweiten Pfosten knapp. Den „Deckel drauf“ machte dafür Lise Munk, die von der gerade eingewechselten Lisa Ebert mit einem Sahnepass bedient wurde – 3:1 (72.). Mit fünf Treffern hatte die „Joker-Königin“ ihre Teamkollegin Jackie Groenen in der FFC-internen Torschützinnenliste eingeholt. Allerdings ließ diese das nicht auf sich sitzen: Nur zwei Minuten nach dem 3:1 ließ die Niederländerin das 4:1 folgen. Dabei profitierte sie allerdings von einem groben Schnitzer von Jena-Keeperin Erin McLeod, die eine Flanke von Cecilie Sandvej nicht festhalten konnte (74.). Im FFC-Zweikampf um die beste Saison-Torschützin hätte Lise Munk in der 82. Minute wieder ausgleichen können, allerdings zielte sie aus freistehender Position diesmal deutlich drüber. Der Schlusspunkt war den Gästen vorbehalten: Nach einer von Amelia Pietrangelo ausgeführten Ecke legte Jenas Kapitänin Susanne Utes für Tiffany Cameron auf, die den Ball am zweiten Pfosten über die Linie drückte (89.). Viel zu spät natürlich, um den Dreier des FFC noch einmal ernsthaft in Frage zu stellen. Da auch alle anderen Teams aus der oberen Tabellenhälfte ihre Partien gewannen, gab es diesmal keine Positionsveränderungen: Der 1. FFC Frankfurt bleibt Vierter, mit Tuchfühlung zu den davor platzierten Teams.

Die englische FFC-Woche wird nun mit zwei Auswärtsspielen fortgesetzt: Am kommenden Mittwoch, dem 28. März 2018, 17.00 Uhr, steigt zunächst das Nachholspiel beim SC Sand. Am Ostersonntag, dem 1. April 2018, 14.00 Uhr, geht’s dann beim MSV Duisburg um Punkte, ehe die nächste Liga-Pause ansteht. Im nächsten FFC-Heimspiel am Sonntag, dem 22. April 2018, 11.00 Uhr, will sich der 1. FFC Frankfurt dann gegen den 1. FFC Turbine Potsdam für das Pokal-Aus revanchieren.



Katja Greulich, Trainerin FF USV Jena: „Es war ein Spiel mit zwei total verschiedenen Halbzeiten, wobei ich über die zweite Hälfte am liebsten gar nicht mehr nachdenken möchte. Ich denke, dass der 1:1-Pausenstand in Ordnung ging, weil wir mit dem richtigen Fuß aufgestanden sind, gute Balleroberungen hatten und auch immer wieder gefährlich vors Tor kamen. Erst nach einer halben Stunde fehlte uns dann ein wenig der Zugriff. In der zweiten Hälfte haben wir dann viel zu viele einfache Fehler gemacht – und die dürfen wir uns in unserer Situation nicht erlauben. Jetzt geht es darum, die Köpfe für die nächsten Aufgaben wieder freizubekommen!“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben dann aus dem Nichts das 0:1 kassiert. Natürlich haben wir diesen Standard auch nicht so verteidigt, wie man ihn verteidigen muss. Danach hat Jena kompakt gestanden, während wir zu langsam, zu viel quer und zu viel nach hinten gespielt haben. Zur zweiten Halbzeit habe ich dann Lise Munk als Zielspielerin eingewechselt, die uns mit ihren Toren prompt auf die Siegerstraße geführt hat. In der Folge hatten wir dann mehr Sicherheit und das Geschehen eindeutig unter Kontrolle. Ärgerlich war dann das Gegentor zum 4:2 kurz vor Schluss, als wir erneut nicht gut verteidigt haben. Das nervt mich und das müssen wir unbedingt abstellen. Insgesamt muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, auch wenn wir alle wissen, dass wir noch besser spielen können!“

FFC-Manager Siegfried Dietrich: „Wichtig ist, dass wir einem deutlichen Sieg in die englische Woche gestartet sind und untermauert haben, dass wir an der Spitzengruppe der Allianz Frauen-Bundesliga weiter dranbleiben wollen! Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, wie gut unser Team harmoniert und dann noch ein solches Spiel drehen und verdient gewinnen kann.“

1. FFC Frankfurt: Schumann – Hendrich, Kleinherne, Prießen, Hechler (46. Munk), Sandvej (78. Gidion) – Groenen, Schmidt, Pawollek – Yokoyama (68. Ebert), Crnogorcevic.

FF USV Jena: McLeod – Schmidt (75. Riedel), Sedlackova, Woeller, Bott (65. Zigic) – Heinze, Pietrangelo, Utes, Graf – Seiler, Cameron.

Tore: 0:1 Seiler (18.), 1:1, 4:1 Groenen (45., 74.), 2:1, 3:1 Munk (59., 72.), 4:2 Cameron (89.).

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Ingolstadt)

Zuschauer: 1.240

Gelbe Karten: S. Schmidt – L. Schmidt

(Bilder: Jan Hübner / www.huebner-foto.de)

25.03.2018
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