Anschlusstreffer fällt zu spät

Die eingewechselte Lily Agg erzielt bei der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg das einzige FFC-Tor

Nach den Niederlagen gegen Potsdam und Wolfsburg ging der 1. FFC Frankfurt auch im dritten Top-Heimspiel in Folge trotz einer engagierten Leistung leer aus: Der drittplatzierte SC Freiburg, der noch mit einer Qualifikation für die Champions League liebäugelt, behielt im Stadion am Brentanobad mit 2:1 die Oberhand. Hasret Kayikci und Klara Bühl trafen für die effektiven Gäste, während dem in Sachen Spielanteile ebenbürtigen 1. FFC Frankfurt, der den Ausfall von Sophie Schmidt verkraften musste, einmal mehr die nötige Konsequenz fehlte. Allein die eingewechselte Lily Agg traf beim Startelf-Debüt von Alexandra Emmerling in der Allianz Frauen-Bundesliga ins Schwarze, allerdings erst in der Nachspielzeit.

Wer erst nach dem Schlusspfiff ins Stadion am Brentanobad gekommen wäre, hätte nicht unbedingt an den Reaktionen des Publikums auf das Endergebnis schließen können: Die FFC-Fans verabschiedeten die Spielerinnen des viermaligen Champions-League-Siegers mit einem warmen Applaus in die Kabine. Es gab auch keinen Grund, dies nicht zu tun, schließlich gab es nicht viel, was man den Schützlingen von Cheftrainer Niko Arnautis vorwerfen konnte. Die erste Aktion der Partie ging auf das Konto der Gäste: Nach einem Fehlpass von Cecilie Sandvej schaltete Hasret Kayikci schnell um und bediente Lena Petermann mit einer nicht optimalen Flanke – der Kopfball der künftigen Potsdamerin ging deutlich vorbei (3.). In der siebten Minute war es dann Kumi Yokoyama, die nach einem Solo von Jackie Groenen in guter Schussposition war, den Abschluss aber verstolperte. Nach einer guten Viertelstunde nahm Rebecca Knaak auf der linken Außenbahn Fahrt auf, ging bis zur Grundlinie und bediente Hasret Kayikci, die aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob. Ein Tor, das nicht in der Luft lag – auch das erinnerte an die Heimniederlagen in den letzten Wochen. Die Frankfurterinnen zeigten sich kaum beeindruckt und gingen weiter aggressiv in die Zweikämpfe. So wie Jackie Groenen in der 25. Minute, als sie Carolin Schiewe den Ball abluchste und für Kumi Yokoyama auflegte. Schade nur, dass die japanische Nationalstürmerin einmal mehr nur ein „Schüsschen“ zustande brachte, das Majka Korenciova im Freiburger Tor nicht vor Probleme stellte. Es folgte eine regelrechte „Abseits-Orgie“ auf beiden Seiten, ehe es gegen Ende der ersten Hälfte nochmal interessant wurde – und das lag an einem Missverständnis: Nach einer Abseitsstellung von Kumi Yokoyama entschied Schiedsrichterin Karoline Wacker auf Vorteil, was bei Majka Korenciova nicht ankam. Die SC-Keeperin nahm den Ball auf, um ihn zum Freistoß außerhalb des Sechzehners zu platzieren. Klarer Fall: Handspiel außerhalb des Strafraums! Den Freistoß drosch Tanja Pawollek zwar in die Mauer, doch kurz danach versuchte es Kathrin Hendrich nach Flanke von Marith Prießen mit einem Kopfball-Lupfer, den die nur 1,62 Meter große Majka Korenciova mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (41.).

Die zweite Hälfte begann mit Lily Agg anstelle von Kumi Yokoyama – und mit einer FFC-Chance: Tanja Pawollek traf aus spitzem Winkel ans Außennetz (46.). Die Gastgeberinnen schienen sich einiges vorgenommen zu haben, die Körpersprache war unmissverständlich. In der 56. Minute zog Sophia Kleinherne nach einer Groenen-Vorlage ab – abgefälscht. Insgesamt war die Partie recht ausgeglichen, wobei es sich die Freiburgerinnen natürlich leisten konnten, eher zu reagieren und auf Konter zu lauern. Allerdings riss der Champions-League-Aspirant dabei keine Bäume aus. Was sich – bei allem Engagement im FFC-Spiel – nicht wesentlich geändert hatte, war die fehlende Konsequenz: Selbst aussichtsreiche Standards, wie ein zu mittig platzierter Freistoß von Jackie Groenen (64.), verpufften wirkungslos. Dann brachte FFC-Cheftrainer Niko Arnautis Saskia Matheis für Startelf-Debütantin Alexandra Emmerling in die Partie – und die nach langer Erkrankung wiedergenesene Mittelfeldspielerin führte sich gleich mit einem fatalen Ballverlust ein. In der Folge dieser Aktion bediente Lena Petermann die am zweiten Pfosten völlig freistehende Klara Bühl, die keine Mühe hatte, den Ball zum 2:0 über die Linie zu köpfen (68.). Die Vorentscheidung? Zumindest ein Dämpfer für das Vorhaben des FFC, wenigstens noch einen Punkt im Rödelheim zu behalten. In der 83. Minute sah Tanja Pawollek nach einem Clinch mit Hasret Kayikci die Gelbe Karte – und das war mehr als eine Randnotiz: Es war ihre fünfte! Damit fehlt die kampfstarke Sechserin ihrem Team im Auswärtsspiel gegen die SGS Essen. Aufgeben war für den 1. FFC Frankfurt auch in der Schlussphase keine Option, ganz im Gegenteil: Der Tabellensechste wehrte sich mit allen Kräften gegen die drohende Niederlage und belohnte sich zumindest mit dem Anschlusstreffer. Kurios: Zweifacher Vorlagengeber war dabei der Pfosten! Zunächst traf Lise Munk das Aluminium, dann Kathrin Hendrich, ehe Lily Agg den Ball schließlich im dritten Versuch versenkte. Für eine Aufholjagd – es lief die vierte Minute der Nachspielzeit – zu spät, aber allemal ein erfreulicher Schlusspunkt.



Am nächsten Wochenende hat der 1. FFC Frankfurt dann spielfrei – wenn auch unfreiwillig: Nach der Viertelfinal-Niederlage gegen den 1. FFC Turbine Potsdam ist der Rekord-Pokalsieger nur Zuschauer, wenn der FC Bayern München dem VfL Wolfsburg in die Triple-Suppe spucken will. Anstoß im Kölner RheinEnergieStadion ist am Samstag, dem 19. Mai 2018, 15.00 Uhr. Die letzte Auswärtsfahrt der Saison steht dann am Sonntag, dem 27. Mai 2018, auf dem Programm, wenn die Frankfurterinnen bei der SGS Essen gastieren. Anstoß im Sportpark am Hallo (nicht im Stadion Essen) ist um 14.00 Uhr.

Jens Scheuer, Trainer SC Freiburg: „Kompliment an meine Mannschaft, die spielerisch sicher nicht die beste Leistung der Saison abgeliefert hat, wohl aber in Bezug auf Disziplin und Ordnung. Wir wussten, dass es nach der englischen Woche mit dem schweren Spiel in Wolfsburg nicht einfach werden würde, hier zu gewinnen. Daher bin ich nun überglücklich – und jetzt warten wir einfach mal ab, was noch so alles passiert. Wir wollen sechs Punkte holen und dann hoffen wir auf Schützenhilfe des 1. FFC Frankfurt am letzten Spieltag gegen Bayern München. Gerne laden wir die Frankfurterinnen dann im Erfolgsfall in den Breisgau auf eine kleine Feier ein...“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Es ist immer schwer, positive Dinge herauszuheben, wenn man mal wieder mit leeren Händen dasteht, aber ich habe auch heute wieder einige gesehen. Wir kamen gut in diese Partie und hatten zwei Möglichkeiten mit wieder einmal schwachen Abschlüssen – genau das müssen wir uns schon seit Wochen vorwerfen. Dann nutzt der SC Freiburg unsere individuellen Fehler zu Toren, während wir auch in der zweiten Hälfte zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Genau diese Effektivität haben wir beim 3:0 im Hinspiel an den Tag gelegt, heute war es umgekehrt. Auch heute war die Leistung wieder in Ordnung, das Ergebnis hingegen nicht. Genau das geht mir ehrlich gesagt auf die Nerven. Was mir aber noch wichtiger ist: Die Mannschaft befindet sich trotz der jüngsten Resultate auf einem guten Weg!“

FFC-Manager Siegfried Dietrich: „Schade, dass es uns auch heute im Heimspiel gegen Freiburg, das wir über weite Strecken auf Augenhöhe geführt haben, nicht gelungen ist, aus den vorhanden Chancen Zählbares zu generieren. Das verdiente Anschlusstor mit zwei Pfostentreffern zuvor ist symptomatisch für unser derzeitiges Manko in der Chancenverwertung. Positiv zu bewerten ist, dass mit Alexandra Emmerling eine weitere Nachwuchsspielerin zum ersten Mal in der FFC-Startformation stand und ein gutes Debüt abgeliefert hat und auch Saskia Matheis nach ihrer langen Krankheitsphase wieder zurück im Bundesliga-Team ist! Jetzt gilt es, gegen Essen und Bayern im Liga-Finale noch einmal alles aufzubieten, um den positiven Entwicklungstrend unseres Teams unter der Leitung von Cheftrainer Niko Arnautis zu bestätigen.“

1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Hechler, Kleinherne, Prießen, Sandvej – Hendrich, Pawollek – Emmerling (67. Matheis), Groenen, Gidion (73. Munk) – Yokoyama (46. Agg).

SC Freiburg: Korenciova – Lahr, Schöne, Schiewe, Simon – Bühl (71. Starke), Fellhauer, Knaak, Magull (64. Hegenauer) – Petermann (90. Minge), Kayikici.

Tore: 0:1 Kayikci (16.), 0:2 Bühl (68.), 1:2 Agg (90.)

Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Marbach)

Zuschauer:
1.230

Gelbe Karten: Kleinherne, Pawollek – Fellhauer, Kayikci

(Bilder: Carlotta Erler / www.picture-alliance.com)

13.05.2018
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