Enttäuschung in der Hansestadt

Der 1. FFC Frankfurt verliert sein Auswärtsspiel im Norden beim Hanseklub SV Werder Bremen mit 1:2

Am 18. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga, nach der zweiwöchigen DFB-Pokal- und Länderspielpause, verlor der 1. FFC Frankfurt auf Platz 11 am Weser-Stadion beim SV Werder Bremen 1:2 (0:1) - die erste Niederlage gegen Werder in der FFC-Historie. Pünktlich zum Anpfiff stand FFC-Cheftrainer Niko Arnautis, der am Vortag noch in Belgrad als Lehrer-Trainer der Carl-von-Weinberg-Schule die Schul-WM gewonnen hatte, an der Seitenlinie.

Der SV Werder begann druck- wie schwungvoll, bedrängte die FFC-Defensive in den Anfangsminuten immer wieder und erspielte sich zu Beginn erste Möglichkeiten, nachdem der SV immer wieder gefährlich FFC-Akteurinnen zu überspielen wusste. Gerade die linke SV-Außenbahnspielerin Reena Wichmann kam oft zum Zuge. Die Gäste aus Hessen hatten Probleme, sich spielerisch zu befreien; bekamen zu selten die Gelegenheit, als spielerisch überlegene Mannschaft das Mittelfeld zu bespielen. So fiel das 1:0 auf Seiten des Nordklubs, Selina Cerci brachte den Gastgeber in Führung: Ein abgeblockter Schuss in den Rückraum schloss die SV-Akteurin eiskalt ab (12.).

Doch die Frankfurterinnen befreiten sich vom Werder-Druck, ein gut gedachter Pass von Laura Freigang auf Sturmpartnerin Géraldine Reuteler war nur ein Tick zu lang gespielt (20.). Defensiv bekam der FFC mit gegenseitiger Unterstützung die Werder-Angriffe mit zunehmender Spielzeit besser unter Kontrolle, auch wenn einige Zuspiele weiterhin nur ungenau gespielt wurden und FFC-keeperin Bryane Heaberlin per Faust klären musste (27.), kurz bevor ein FFC-Nachschuss von Tanja Pawollek nach Eckball knapp neben dem Werder-Pfosten knallte (30.).

Auch Jackie Groenen probierte es aus der Distanz nach einem Eckball, ihr abgefälschter Schuss konnte aber von SV-Keeperin Anneke Borbe abgefangen werden (34.). Es waren schnell nach vorne durch die Schnittstelle der Werder-Abwehr vorgetragene Angriffe, die Verfolg zu versprechen schienen, aber vor der Pause von den Frankfurterinnen zu selten initiiert wurden. Die Werder-Frauen blieben gefährlich, eine weitere Wichmann-Hereingabe verpasste Julia Kofler im FFC-Fünfmeterraum nur knapp (43.). Mit dem frühen Rückstand gegen den Abstiegskandidaten aus der Hansestadt fiel es dem FFC im ersten Durchgang noch schwer, sein Potenzial voll auszuschöpfen. Das 0:1 war die logische Konsequenz zur Halbzeitpause, auch weil Kapitänin Marith Prießen in ihrem 199. Spiel in der Allianz Frauen-Bundesliga in der Nachspielzeit aus aussichtsreicher Position die Kugel übers Tor jagte (45.+1).

Unter diesen Voraussetzungen ging es in die zweite Halbzeit, die Bremerinnen blieben dran und waren weiter der unanenehme Gegner, der einen FFC-Ballverlust im vorderen Drittel nutzte und Cerci freispielte. Die 1:0-Torschützin konnte eine FFC-Verteidigerin abschütteln und hatte keine Mühen, den Ball mit ihrem zweiten Tor des Tages zum 2:0 ins FFC-Gehäuse unterzubringen (50.). Werder, vor diesem Spieltag auf dem vorletzten Platz, einem Abstiegsrang, gelistet, spielte angesichts des Kampfes um den Klassenerhalt bissig. Doch Frankfurt agierte nun mutiger nach vorne, Freigang hätte aus kurzer Distanz nach Eckstoß den Ball per Kopf fast zum Anschlusstreffer getroffen (56.).

Aber angesichts der vergangenen FFC-Spiele war eine verbesserte, offensivere Spielanlage nach der Pause fast zu erwarten. Leidenschaftlich war auch diesmal der Auftritt des siebenfachen Deutschen Meisters nach dem Halbzeittee: Der FFC drängte die Hanseatinnen öfter zurück, kreiierte aber nach wie vor zu wenige klare Torchancen. Doch Bremen blieb gefährlich: Die flache Hereingabe von Werder-Stürmerin Kofler konnte gerade noch abgefangen werden (58.). Doch der verbesserte Auftritt der Frankfurterinnen wurde belohnt. Freigang schüttelte im Vorwärtsgang ihre Verfolgerin mit einer geschickten Körperdrehung ab und spielte die einzig verbliebene Werderanin auf dem Weg zum Tor aus, indem sie die eingewechselte Shekiera Martinez in Szene setzte, die zum 1:2-Anschluss einnetzte (74.). Bremen wurde nun etwas nervös, spielte häufiger Fehlpässe, während der FFC in der Schlussviertelstunde noch einmal alles nach vorne setzte. Einen hohen Lupfer von Saskia Matheis in den Werder-Strafraum verlängerte Freigang nur knapp neben den Pfosten (82.), eine Minute später hatte auch der Gastgeber seine Chance, setzte den Ball aber zu lange an; Gabriella Toths Schuss stellte für Heaberlin keine Probleme dar (84.) – ebenso wie Groenens Schuss zwei Minuten vor Spielende. Bremen behielt die Übersicht und der FFC belohnte sich nicht mehr für den Mut, sodass die knappe 1:2-Niederlage das Endresultat darstellte.

Weiter geht es für den unverändert auf Tabellenplatz sieben stehenden FFC am Ostersamstag, dem 14. April 2019, im Stadion am Brentanobad, wenn am 19. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga der SC Freiburg am Main gastiert. Anstoß gegen die Breisgauerinnen ist um 14.00 Uhr.

Carmen Roth, Trainerin SV Werder Bremen: „Wir haben drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt eingefahren und es war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Doch wir sind noch lange nicht gerettet. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das Team ist noch enger zusammengerückt und hat eine tolle Reaktion gezeigt. Wir wissen, dass wir als Kollektiv einiges erreichen können. Das haben wir heute wieder bewiesen. Neben dem Sieg freut es mich aber auch für Selina, die einfach mal ihr Tor in diesem Jahr machen musste, nachdem sie zuvor einige unglückliche Aktionen hatte. Sie hat gezeigt, welche Qualitäten sie besitzt. Nach dem unnötigen Anschlusstreffer waren wir kurz verunsichert, aber ich habe gemerkt, dass die Mannschaft das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Daher war ich auch sicher, dass wir die Führung verteidigen werden.“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Heute hat uns das, was uns die ganze bisherige Saison als Team stark gemacht hat, gefehlt, davon war kaum etwas zu sehen: Gegen den Ball haben wir uns gerade in 1:1-Situatiuonen nicht durchsetzen können und wir hatten zu wenig Laufbereitschaft als Mannschaft. Zudem mangelte es uns im Spiel nach vorne an Präzision und klaren Aktionen, sodass wir uns nicht über die Niederlage beschweren können. Gerade zu Beginn haben wir uns gegen kampfstarke Bremerinnen den Schneid abkaufen lassen. Zwar war durch den Anschlusstreffer ein Aufbäumen erkennbar, doch das reicht nicht. Wir haben zwar auch weitere Niederlagen hinnehmen müssen, aber das heutige 1:2 ist ein kleiner Rückschlag auf unserem Weg. Das müssen wir klar ansprechen und diese Dinge verbessern, um uns in den nächsten Spielen erheblich steigern zu können, was absolut notwendig sein wird, um in den restlichen Spielen noch den einen oder anderen Sieg einfahren zu können! Aber natürlich gehört bei so einer jungen Truppe auch solch ein Spiel zu unserer Entwicklungssituation dazu, jetzt heißt es, die Ärmel hochzukrempeln und weiterzuarbeiten.“

SV Werder Bremen: Borbe – Schiechtl, Ulbrich, Wensing, Toth – Kofler (73. Horvat), Scholz, Hausicke, Wichmann (83. Kersten) – Volkmer (73. Gieseke), Cerci

1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Kleinherne (65. Matheis), Störzel, Prießen, Hechler – Groenen, Pawollek – Feiersinger, Freigang, Aschauer – Reuteler (65. Martinez)

Tore: 1:0 Cerci (12.), 2:0 Cerci (50.), 2:1 Martinez (74.)
 
Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Gau-Odernheim)

Zuschauer: 234

Gelbe Karten: Hausicke, Cerci, Gieseke / Pawollek, Groenen, Aschauer

 

(Fotos: Carlotta Erler)

14.04.2019
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