Regen, Wind und kuriose Gegentore

Der 1. FFC Frankfurt gibt in einem verrückten Spiel beim SC Sand drei sicher geglaubte Punkte aus der Hand

Der 1. FFC Frankfurt wähnte sich im Nachholspiel der Allianz Frauen-Bundesliga beim SC Sand bereits auf der Siegerstraße und ging am Ende doch leer aus: Dem neuen Tabellenfünften, der den 1. FFC Turbine Potsdam an sich vorbeiziehen lassen musste, reichte eine 2:0-Pausenführung nach Treffern von Sophie Schmidt und Lisa Ebert nicht, um Zählbares aus der badischen Ortenau zu entführen – am Ende stand eine 2:3-Niederlage in der Bilanz. Mit starkem Regen und böigem Wind hatten zwar beide Teams zu kämpfen, allerdings sorgten beim vorläufig letzten Spiel von Ana-Maria Crnogorcevic die äußeren Bedingungen für viele Fehler auf beiden Seiten und Tore, die bei trockenem Wetter wohl nicht gefallen wären.

Das Wetter in Willstätt-Sand scheint sich gerne von seiner extremen Seite zu zeigen, wenn der 1. FFC Frankfurt zu Gast ist: Sommerliche Hitze am letzten Spieltag 2016/17, Schnee vor zehn Tagen und nun strömender Regen und starker Wind. Der 1. FFC Frankfurt spielte in der ersten Hälfte mit dem Wind und erwischte prompt einen guten Start: Tanja Pawollek sorgte mit einem Freistoß für Gefahr im Sander Strafraum, kurz danach kratzte Isabelle Meyer den Ball von der Linie (4.). In der elften Minute versuchte es Jackie Groenen nach Vorlage von Ana-Maria Crnogorcevic mit einem zu unplatzierten Distanzschuss aus halbrechter Position. Glück hatten die Gäste allerdings nach einer guten Viertelstunde, denn die erste Chance des SC Sand hatte es gleich in sich: Ein sehenswerter Pass in die Tiefe von Jana Vojtekova auf Milena Nikolic hebelte die gesamte FFC-Abwehr aus – nur gut, dass die Stürmerin etwas abgedrängt wurde und den Ball nicht aufs Tor brachte. In der 20. Minute zog Milena Nikolic dann aus halblinker Position mit rechts ab, traf dabei nur das Außennetz. Nun war es eine offene Partie, bei der der immer stärker werdende Regen für einige Ausrutscher und viele unnötige Fehler sorgte. Eine gelungene Kombination des 1. FFC Frankfurt sorgte dann für die Führung: Jackie Groenen schickte Ana-Maria Crnogorcevic, die den Ball mit Auge in den Rücken der Abwehr spielte. Eine perfekte Position für Sophie Schmidt, die von der Strafraumgrenze mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck traf – 1:0 (30.). So einfach und effektiv kann Fußball sein! Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte dann Lisa Ebert auf 2:0 – mit freundlicher Unterstützung von Diane Caldwell, die den Schuss der Startelf-Debütantin ins eigene Tor abfälschte (42.).

Die zweite Halbzeit – der FFC hatte nun im wahrsten Sinne des Wortes „Gegenwind“ – begann mit einem Distanzschuss von Sophia Kleinherne. Logisch, dass dies bei den glitschigen Platzverhältnissen an diesem Tag ein probates Mittel war. In der 51. Minute dann mal wieder ein gefährlicher Abschluss der Gastgeberinnen: Milena Nikolic zielte nach Vorlage von Jana Vojtekova aus halblinker Position am langen Pfosten vorbei. Nun brachte Sands Trainer Sascha Glass seine Top-Stürmerin Nina Burger in die Partie und man hatte das Gefühl, dass allein deshalb ein Ruck durch sein Team ging. Der Anschlusstreffer fiel dann allerdings per Sonntagsschuss: SC-Kapitänin Anne van Bonn zimmerte das Leder aus 22 Metern in den Winkel, brachte den zweimaligen DFB-Pokalfinalisten damit auf 1:2 heran (67.). Nun war wieder Spannung in der Partie, wobei nicht zuletzt die FFC-Fans, die den Trip in die Ortenau nicht scheuten, gerne darauf verzichtet hätten. Eigentlich ließ der 1. FFC Frankfurt in der Phase nach dem Gegentreffer wenig Zwingendes zu, doch sieben Minuten vor dem Abpfiff war es dann passiert: Nach einem hohen Ball in den FFC-Strafraum verlängerte Kathrin Hendrich unglücklich per Kopf an den Pfosten. Von dort sprang das Leder Nina Burger vor die Füße – 2:2 (83.). Und es kam noch bitterer: Eine von Jana Vojtekova scharf vors Tor gezogene Ecke nahm durch den Wind eine unberechenbare Flugkurve und stellte FFC-Torfrau Desirée Schumann vor Probleme – es war das 2:3 (87.). Plötzlich stand das Team von Cheftrainer Niko Arnautis mit leeren Händen da. Unfassbar! Und dabei blieb es auch: Als Schiedsrichterin Melissa Joos zum letzten Mal die Pfeife ertönen ließ, war die dritte FFC-Niederlage gegen den SC Sand in Folge perfekt.

Nun gilt es, die Köpfe schnell wieder aufzurichten, schließlich steht bereits in vier Tagen das nächste knifflige Auswärtsspiel auf dem Programm: Die englische Woche in der Allianz Frauen-Bundesliga endet für den 1. FFC Frankfurt am Ostersonntag, dem 1. April 2018, 14.00 Uhr, mit der Partie beim MSV Duisburg.



Sascha Glass, Trainer SC Sand: „Wir sind gut ins Spiel gekommen, mit den ersten 25 Minuten war ich sehr zufrieden. In diese Phase fällt auch die große Chance von Milena Nikolic, die das 1:0 hätte machen müssen! Danach führten unnötige Nachlässigkeiten zu den beiden Gegentoren. Nachdem die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte dem FFC gehörten, haben wir mit einer guten Moral und viel besserem Ballbesitzspiel als zuvor die Wende eingeleitet und die Partie letztlich verdient gedreht!“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis:
„Es ist wirklich bitter, ein Spiel zu verlieren, das man eigentlich im Griff hatte, aber solche Tage gibt es nun mal im Fußball. Nach der hochkarätigen Chance für den SC Sand, als Desi Schumann bei der Chance von Milena Nikolic gut den Winkel verkürzte, hatten wir mehr vom Spiel und konnten durch zwei schön herausgespielte Tore eine verdiente 2:0-Pausenführung erzielen. In dieser Phase hätten wir gut und gerne auch das 3:0 folgen lassen können, zumindest waren wir dem dritten Treffer näher als Sand dem Anschluss. Zu Beginn der zweiten Hälfte haben sich dann beide Mannschaften neutralisiert, wobei wir bis zum Sonntagsschuss von Anne van Bonn nie in Gefahr geraten sind. Dann war mir klar, dass der Gegner Blut leckt und noch einmal alles nach vorne wirft, wie Sand es auch getan hat. Dennoch gab es keine klaren Chancen und umso schwerer fällt mir eine Analyse der letzten Minuten. Zuerst bereiten wir per Flugkopfball selbst den Ausgleich vor und es war symptomatisch, dass der Ball vom Pfosten genau vor die Füße von Nina Burger fällt. Als ob das nicht genug gewesen wäre, bekommen wir dann noch ein Gegentor durch einen direkt verwandelten Eckstoß. Alle drei Treffer fallen für sich genommen nicht jeden Tag – aber dann passiert uns das in einem einzigen Spiel! Das ändert natürlich nichts daran, dass wir diese Gegentore hätten verhindern müssen!“

FFC-Manager Siegfried Dietrich:
„Es ist richtig bitter, nach einer herausgespielten 2:0-Führung bis zur 67. Minute schließlich doch mit null Punkten nach Hause fahren zu müssen! Auch wenn bei den drei Gegentoren von einem Sonntagsschuss bis zu unnötigen Unachtsamkeiten alles zusammenkam, hatten wir alle Möglichkeiten, dieses Spiel unter widrigen Wetterbedingungen für uns erfolgreicher zu gestalten. Wir müssen diese unglückliche Niederlage schnell abhaken und für unser drittes Spiel in der englischen Woche am Sonntag in Duisburg positiv nach vorne schauen!“

SC Sand: Schlüter – de Oliveira Santos, Caldwell, Vetterlein, Vojtekova – Tietge, van Bonn – Feiersinger, Meyer (56. Burger), Arnold (90. Blagojevic) – Vojtekova.

1. FFC Frankfurt: Schumann – Crnogorcevic, Kleinherne, Prießen, Hendrich, Sandvej – Ebert (69. Agg), Schmidt, Pawollek (90. Matuschewski) – Yokoyama, Groenen.

Tore: 0:1 Schmidt (30.), 0:2 Ebert (42.), 1:2 van Bonn (67.), 2:2 Burger (83.), 3:2 Vojtekova (88.).

Schiedsrichterin: Melissa Joos (Echterdingen)

Zuschauer: 312

Gelbe Karten: Vetterlein, Burger – Pawollek

(Bilder: Ralph Braun)

 

28.03.2018
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