Traum von Köln ausgeträumt

Der 1. FFC Frankfurt verliert im DFB-Pokal sein Achtelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen und scheidet aus

Noch nicht einmal eine Woche nach dem Debüt von Sophia Kleinherne für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im Londoner Wembley-Stadion vor 77.768 Zuschauern war vergangen, als der 1. FFC Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale im Heimspiel am Stadion am Brentanobad Bayer 04 Leverkusen empfing – leider mit unschönem Ausgang aus FFC-Sicht. Der deutsche Rekordpokalsieger schied nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit verdient 0:1 (0:1) aus.

Für Bryane Heaberlin im FFC-Kasten gab es gleich zu Beginn Arbeit: Den Abschluss von Sandra Jessen musste die US-Keeperin per Glanzparade über die Latte befördern (4.). Es entwickelte sich eine Pokal-Partie, die intensiv und verbissen geführt wurde mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, aber auch Versuchen von beiden Bundesliga-Teams, schnell nach vorne zu spielen. Das erste Mal im Ansatz für Gefahr sorgte eine Flanke von FFC-Akteurin Laura Feiersinger (11.). Doch mit zunehmender Spieldauer beruhigte der deutsche Rekordmeister die Begegnung etwas, schaffte es allerdings nicht dauerhaft, die Spielkontrolle zu übernehmen. Der Gast aus dem Rheinland blieb – gerade über die Außenbahnen – stets schwungvoll und offensiv.



Doch auch die Hessinnen setzten vorne einige Akzente – mit dem probaten Mittel, über die Seiten in den Strafraum einzudringen und in die Mitte abzulegen, doch die letzten Abspiele fanden zu selten eine Abnehmerin (28.). Gleich im Gegenzug konterte Leverkusen und nutzte einen Eckball zur Führung (29.). Tanja Pawollek war als letztes am Ball, der ihr vom Oberschenkel ins eigene Tor flog - ein Eigentor und im Übrigen der erste Gegentreffer von Leverkusen in der Pokal-Historie zwischen beiden Mannschaften. Der Rückstand in einem K.-o.-Spiel erhöhte nun natürlich den Druck für die Frankfurterinnen. Das Spiel wurde allerdings wieder kampfbetonter, die Duelle auf dem schwer bespielbaren Rasen nickliger, bis sich Sandrine Mauron ein Herz fasste und aus der zweiten Reihe aufs Tor zielte, der Ball aber knapp neben den Pfosten ging (35.). Aber vieles blieb im Ansatz stecken, nur wenige Angriffe konnte der FFC gezielt zu Ende spielen: Entweder mangelte es an Dynamik oder Präzision oder ein Leverkusener Fuß oder Kopf verhinderte den Abschluss wie bei Géraldine Reutelers Vorstoß in den Strafraum (45.) – von einem Laura-Freigang-Kopfball nach Freistoßflanke einmal abgesehen (44.).

Nach Wiederanpfiff hatte sich der FFC einiges vorgenommen, kam mit verbesserter Körpersprache aus der Kabine, musste aber in ein paar Kontersituationen durch die sehr wachsamen Leverkusenerinnen hinnehmen – auch die Bayer-Standards sorgten stets für brenzlige Situationen (50.). Aber dem Tor am nahsten kamen die Frankfurterinnen durch Reuteler, deren Ball gerade noch von Bayer-Torfrau Anna Wellmann zur Ecke geklärt werden konnte (55.), welche ebenfalls beinahe im Ausgleich gemündet hätte. Doch waren solche FFC-Angriffsszenen eher singuläre Ereignisse, insgesamt bissiger und vorne aktiver war die Bayer-Elf. Daran änderte auch ein Fernschuss von FFC-Kapitänin Tanja Pawollek nichts (81.). Mitspielerin Freigang verstolperte aus aussichtsreicher Situation (88.) und verpasste somit die letzte Chance des Spiels, sich noch in die Verlängerung zu retten. So war der Traum vom Endspiel in Köln im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeträumt.

Weiter geht es bereits am kommenden Freitag in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit dem zehnten Spieltag – wenn das Stadion am Brentanobad erneut Ort des Geschehens ist und der Tabellenzweite TSG 1899 Hoffenheim zu Gast sein wird (19.15 Uhr, live bei Eurosport und auf Magenta Sport).

Achim Feifel, Cheftrainer Bayer 04 Leverkusen: „Es war wie zu erwarten ein kampfbetontes Spiel mit vielen engen Zweikampfsituationen. Wir sind am Ende der etwas glücklichere Gewinner. Wir haben gut verteidigt und relativ wenig zugelassen, müssen nach der Pause aber unsere Kontersituationen besser ausspielen, um das zweite Tor zu machen. Ich freue mich für meine Mannschaft, ins Viertelfinale einziehen zu können.“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Glückwunsch an Leverkusen. Ich bin wie jeder Frankfurter heute maßlos enttäuscht. Wir waren in  der ersten Halbzeit in allen Bereichen schlechter, haben zu wenig gegeben, sind verdient in Rückstand geraten – eine ganz, ganz schlechte Halbzeit. Das haben wir in der Pause auch angesprochen. Wir haben die Zweikämpfe in der ersten Halbzeit nicht wirklich angenommen. In der zweiten Halbzeit war es ein Tick besser, hatten die eine oder andere Situation, wie zum Beispiel von Laura Freigang, die zum Tor hätte führen können – das wäre dann nicht unverdient gewesen, war aber insgesamt zu wenig, um ins Viertelfinale einzuziehen. Deshalb sind wir sehr enttäuscht, haben das Spiel in Halbzeit eins verloren.“

1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Aschauer, Kleinherne, Störzel, Santos – Pawollek, Mauron – Dunst, Freigang, Feiersinger (77. Nüsken) – Reuteler

Bayer 04 Leverkusen: Wellmann – Friedrich, Sahlmann, Wirtz, Racko (80. Vinken) – Wimmer, Jessen, Zeller (61. Uebach), Csiszar – Nikolic, Rudelic

Tore: 0:1 Pawollek (29./Eigentor)

Schiedsrichterin: Miriam Schweinefuß (Rieder)

Zuschauer: 860

Gelbe Karten: Reuteler / Zeller, Rackow, Csiszar

(Fotos: Carlotta Erler)

 

16.11.2019
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