Erneut später Knockout

Der 1. FFC Frankfurt bietet im letzten Spiel vor der Pause auch dem Favoriten FC Bayern München Paroli

Der 1. FFC Frankfurt verabschiedet sich mit einer erneut knappen Niederlage, einem 2:3 (1:1) am 13. Spieltag der Saison 2019/20 in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gegen den FC Bayern München im heimischen Stadion am Brentanobad in die anstehende Winterpause. Wie bereits in der Vorwoche fiel der entscheidende Gegentreffer in der Schlussphase. Davor hatte sich der deutsche Rekordmeister in die Partie nach 1:2-Rückstand mit toller Moral zurückgekämpft - und Laura Freigang erzielte ihren fünften Treffer in Folge.

Auf FFC-Seite fehlte die angeschlagene Laura Feiersinger im Kader, Janina Hechler rückte für die Österreicherin und Sandrine Mauron für Sjoeke Nüsken in die Startelf. Hechler musste nach vier Minuten den ersten Ball auf die schnelle Niederländerin Lineth Beerensteyn klären. Ansonsten passierte in der Anfangsphase im Rödelheimer Dauerregen nicht viel – bis ein einzelner Abschlag von FFC-Keeperin Bryane Heaberlin die gesamte Gästeabwehr aushebelte, Laura Freigang allen davonlief, ihre gute Form nach dem Dreierpack im letzten Spiel gegen Turbine Potsdam bestätigte und souverän den Ball zum 1:0 einschob (9.). Die Münchnerinnen versuchten nun, auf dem schweren Rasen weiter in die Frankfurter Hälfte vorzudringen, sämtliche Vorstöße konnten aber von der aufmerksamen FFC-Defensive geklärt werden oder gingen vorbei: Carolin Simons Schussversuch aus der Ferne strich über den Querbalken (18.), ein Flachschuss der Außenverteidigerin ging knapp am rechten Pfosten vorbei (23.) und Beerensteyn verzog klar aus aussichtsreicher Position (24.).

Der deutsche Rekordmeister hielt nach dem späten Knockout vor einer Woche in Potsdam gut mit dem Favoriten aus der bayrischen Landeshauptstadt mit und kombinierte sich kreativ nach vorne – nur der letzte Pass in die Spitze gelang zu selten. Gerade die Offensivkräfte der Gastgeberinnen lauerten auf Fehler der FCB-Frauen – waren jedoch das eine Mal selbst hinten unaufmerksam, als sie die schnelle Beerensteyn laufen ließen, die mit einem Heber (29.) US-Torfrau Heaberlin im FFC-Kasten überlisten konnte. Der FCB kam aufgrund des Chancenplus nicht unverdient zum 1:1. Auch im Anschluss sorgten einige FCB-Standardsituationen für Gefahr – so auch ein Kopfball der Österreicherin Carina Wenninger nach Ecke (32.). FCB-Kapitänin Melanie Leupholz kam sogar freistehend im Strafraum nach einem Simon-Freistoß zum Abschluss, doch Heaberlin war zur Stelle (39.).Die Frankfurterinnen vertändelten nun im Mittelfeld zu viele Bälle und schafften es nicht mehr, für Entlastung zu sorgen, weil zu viele Akteurinnen in der Defensive eingebunden waren – Frankfurt musste mit dem 1:1-Pausenstand zufrieden sein.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Kaum war die Partie wieder angepfiffen, als der amtierende Vizemeister zu einem Freistoß von der rechten Seite kam. Dieser Standard von Simon von der rechten Seite schlug direkt ins Frankfurter Tor ein (48.) – die Nationalspielerin ist bekannt für ihre gefährlichen Freistöße – und auch ihr nächster Standard musste von Heaberlin entschärft werden (51.). Die Gäste aus München dominierten die Partie nun klar, kamen immer öfter in den FFC-Strafraum – nach einer Stunde mussten gar mehrere Schüsse in höchster Not abgeblockt werden (61.). Auf der Gegenseite konnten die Frankfurterinnen in dieser Phase zu selten Angriffe initiieren, zudem stand Torschützin Laura Freigang im Abseits (65.). Vielversprechender sah es aus, als Barbara Dunst sich gegen zwei Bayern-Spielerinnen durchsetzte und Géraldine Reuteler auf der rechten Außenbahn anspielte, deren Flanke zwar  Verena Aschauer erreichte, doch der anschließende Abschluss der Österreicherin hängen blieb (70.). Ein Angriff als Muntermacher: Nun wirkten die Frankfurterinnen wieder wacher, waren aktiver und zeigten Kampfgeist wie Moral – Sjoeke Nüskens Kracher landete noch an der FCB-Latte, den Abpraller konnte Freigang zum 2:2 verwerten (72.). Bereits der neunte Treffer der 21-Jährigen – die letzten fünf Tore gehen damit allesamt auf das Konto der früheren U-Nationalspielerin.

Die Begegnung war nun wieder ausgeglichener, beide Teams kämpften in  intensiven Duellen um jeden Ball. Der siebenmalige Deutsche Meister aus Hessen schnupperte Morgenluft, erarbeitete sich einige Möglichkeiten und war dran, das Spiel zu drehen, musste aber gleichzeitig schauen, nicht einen weiteren Gegentreffer zu kassieren. Aber wie schon in Potsdam vor einer Woche gelang dies nicht, das Team von Cheftrainer Niko Arnautis belohnte sich nicht für seinen Auftritt: Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit gelang es Leupholz am schnellsten zu schalten, im Strafraumgestochere die Kugel über die Linie zu drücken (89.), nachdem Frankfurt den Ball nicht klar genug geklärt bekam. Ärgerlich für die Bemühungen der Frankfurterinnen.

Nun geht es erst einmal in die wohlverdiente Winterpause, die FLYERALARM Frauen-Bundesliga beginnt mit der zweiten Saisonhälfte Mitte Februar, wenn der FFC auswärts am 14. Spieltag beim FF USV Jena antritt. Frankfurt überwintert nach der knappen Niederlage gegen Bayern überwintert auf einem Mittelfeldpatz mit 18 Zählern.

Jens Scheuer, Cheftrainer FC Bayern München: „Das war das erwartet harte Spiel. Vor der Partie habe ich gesagt, dass nur das Ergebnis heute zählt. Wir haben viel mit langen Bällen operiert, der Sieg war am Ende nicht unverdient. Ein Kompliment muss ich meiner Mannschaft machen. Mit der ersten Aktion geraten wir in Rückstand, drehen das Ergebnis dann zum 2:1, bevor der FFC eine gute Mentalität zeigt, aber unser Wille hat das Spiel noch für uns entschieden. Wichtiger Sieg, so bleiben wir dran.“

FFC-Cheftrainer Niko Arnautis: „Glückwunsch an Jens und den FC Bayern. Ich kann nur den Hut ziehen vor meiner Mannschaft. Was diese junge Truppe abgezogen hat – mein Kompliment, wie wir uns hier gegen Bayern München präsentiert haben. Wir sind gut reingekommen mit dem 1:0, da ist Laura cool geblieben, dann geraten wir in Rückstand und Bayern hat gedrückt. Nach der Pause kam direkt die kalte Dusche mit dem direkten Freistoß, aber wir sind wiedergekommen: Das ist Fußball, Mentalität und Qualität. Wir hatten schon eine Chance zum Ausgleich, machen kurz darauf das 2:2, und es gibt sogar eine mögliche Elfmetersituation. Es ist dann bitter, kurz vor Schluss solch einen Kullerball reinzubekommen. Für mich war das kein Wille, sondern Spielglück. Kompliment an meine Mannschaft, wir werden morgen ein tolle Weihnachtsfeier machen und dann uns in die Weihnachtsferien verabschieden. Die Präsentation und Entwicklung stehen im Vordergrund, und die ist klasse. Wir haben es geschafft, einen Topfavoriten ins Schwitzen zu bekommen.“

1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Hechler, Kleinherne, Störzel (46. Weilharter), Santos – Pawollek, Mauron (46. Nüsken) – Aschauer (89. Martinez), Freigang, Dunst – Reuteler

FC Bayern München: Benkarth – Simon, Wenninger, Ilestedt, Hendrich – Lohmann, Leupholz – Dallmann (75. Gielnik), Skorvankova (84. Demann) – Beerensteyn, Islacker (72. Magull)

Tore:  1:0 Freigang (9.), 1:1 Beerensteyn (29.), 1:2 Simon (48.), 2:2 Freigang (72.), 2:3 Leupholz (89.)

Schiedsrichterin: Christina Biel (Bad Kreuznach)

Zuschauer: 1220

Gelbe Karten: Pawollek, Aschauer /-

(Fotos: Carlotta Erler)

13.12.2019
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