Kommissarin in der Abwehr

Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen wurde Laura Störzel für ihren 200. Liga-Einsatz geehrt

Vor dem Heimspiel in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen wurde FFC-Verteidigerin Laura Störzel für ihren 200. Einsatz, den sie in der Vorwoche gegen den FF USV Jena absolvierte, vom Vorstandsvorsitzenden Jürgen Ruppel und FFC-Manager Siggi Dietrich mit einem Blumenstrauß geehrt.

An ihr erstes Spiel in der Frauen-Bundesliga kann sich Laura Störzel noch sehr gut erinnern: Am ersten Spieltag der Saison 2008/2009 debütierte die damals 16-Jährige für den SC 07 Bad Neuenahr an der Seite von Spielerinnen wie Lena Goeßling oder Celia Sasic – damals noch unter dem Namen Okoyino da Mbabi – und spielte gegen ihren heutigen Verein, den 1. FFC Frankfurt. Der deutsche Rekordmeister gewann im September vor mehr als elf Jahren überlegen 5:0. „Gleich zu Beginn des Spiels hatte ich ein Laufduell mit Birgit Prinz, da hatte man als 16-Jährige schon gehörig Respekt. Man spielte gegen Spielerinnen, die Vorbilder für einen selbst waren, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Es war trotz des Ergebnisses eine aufregende Erfahrung“, sagt die erfahrene Verteidigerin.

Denn seitdem kamen noch 199 weitere Begegnungen in der obersten deutschen Spielklasse dazu, das Jubiläumsspiel absolvierte sie am vergangenen Sonntag beim FF USV Jena, ihren 100. Einsatz im FFC-Trikot  hatte sie zum Jahresabschluss 2019 gegen den FC Bayern München. 82 Liga-Spiele, zehn Mal lief sie für Frankfurt im DFB-Pokal auf, dazu kommen neun Einsätze in der UEFA Women’s Champions League, seit den ersten drei darf sich die zweikampfstarke Defensivspielerin Champions-League-Gewinnerin nennen. „Ich war mir der Anzahl der Spiele nicht bewusst, aber in zwölf Jahren Fußball in der höchsten Spielklasse kommen natürlich ein paar Spiele zusammen…“, erklärt die gebürtige Weilburgerin. Es hätten durchaus mehr sein können, doch vor zwei Jahren brach sie sich unglücklich das Wadenbein beim SAP-Hallencup, es folgte eine fast halbjährige Pause, neben einer Knie-Operation im Sommer 2014 die zum Glück einzig schwerere Verletzung ihrer Karriere.

Ihre Mutter war ebenfalls Fußballerin, ihr Vater ihr erster Trainer in der Jugend von JSG Weinbachtal sowie TuS Bonbaden nahe ihrer Heimat: Es verwundert nicht, dass die heute 27-Jährige früh ihr Talent unter Beweis stellte und schon in jungen Jahren – bis 2013 bei Bad Neuenahr, dann für eine Saison lang beim SC Freiburg – zu einer erfahrenen Bundesliga-Spielerin heranreifte und zwischen 2007 und 2012 in 21 Partien für U-Nationalmannschaften des DFB auflief. Heute ist die Vize-Kapitänin in der jungen Mannschaft des FFC die Älteste und mit Abstand erfahrenste Spielerin im Kader. „Im Laufe meiner Zeit in Frankfurt habe ich mich zu einer Führungsspielerin entwickeln können und meine aktuelle Rolle macht mir großen Spaß. Da ich selbst schon als 16-Jährige in der Bundesliga spielen durfte, weiß ich nur zu gut, wie junge Talente von der Erfahrung älterer Teamkolleginnen profitieren können und dass es wichtig ist, diese Erfahrung auch aktiv weiterzugeben“, beschreibt Laura Störzel ihre Rolle und ergänzt zum aktuellen Team: „Ich finde, wir haben eine konstante erste Saisonhälfte bislang gespielt, haben aber unnötigerweise einige Punkte liegengelassen. Trotzdem sieht man die Weiterentwicklung unserer Mannschaft, wir spielen mittlerweile cleverer und haben noch viel Potenzial, um in Zukunft die vermeintlichen Favoriten zu ärgern.“

Auch für die Zeit nach ihrer Karriere als Sportlerin hat Laura Störzel bereits vorgesorgt. Nach dem Besuch des Sportinternats in Bad Neuenahr legte die bissige Abwehrspezialistin ihr Fachabitur in Wirtschaft ab und begann ein Sportmanagement-Studium. Seit 2015 gehört sie der Sportfördergruppe der Polizei Hessen an, Anfang Januar diesen Jahres wurde sie als Kommissarin vereidigt. „Gerade im Frauenfußball ist es zwingend erforderlich, sich ein zweites Standbein neben dem Sport aufzubauen. Die Polizei Hessen bietet hierfür ein hervorragendes System mit der Sportfördergruppe, bei welchem man beides sehr gut unter einen Hut bekommt und somit neben dem Beruf professionell Fußball spielen kann“, erklärt die Defensivspezialistin, „hierüber bin ich sehr dankbar.“ Beides zu verbinden, bedeutet aber auch, viele Gespräche zu führen, seinen engen Zeitplan gut zu strukturieren, aber auch auf vieles zu verzichten. Zudem sie auch mit der Polizei-Nationalmannschaft immer wieder unterwegs ist, mit der sie 2016 in Prag sogar Europameisterin wurde. Als Zusatzbelastung sieht die 27-Jährige die Fußballeinsätze für das Polizei-Team nicht, eher als Ehre – und freut sich im Sommer auf die nächste EM in Norwegen.

(Foto: Carlotta Erler; Text-Quelle: Anpfiff-Ausgabe gegen Leverkusen)

24.02.2020
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